KG Fidelio Elsdorf - Köln-Aachener-Str. 149 - 50189 Elsdorf - Telefon: 02274 90 53 30

125 Jahre

Festkommers zum Jubiläum

125 Jahre KG Fidelio galt es zu feiern, und dazu hatte die Gesellschaft alle Elsdorf in die Festhalle eingeladen, und die gute Stube der Stadt, die Festhalle war rappelvoll. Zahlreiche Karnevalsgesellschaften mit und ohne Dreigestirn, viele Ehrengäste darunter zahlreiche aus Lokal und -Landespolitik waren gekommen, oft im Kostüm. Der erste Vorsitzende Hermann-Josef Salewski begrüßte zu Beginn die Gäste und stellte in seiner Rede fest, dass er selbst bereits zum zweiten Mal ein Jubiläum der KG und der Volksbank, die beide in diesem Jahr 125 Jahre alt werden, erlebt hat, das 100. Jubiläum 1993 sogar als Prinz im Dreigestirn. Bereits am Morgen hatte man sich zur „Kölschen Mess‘“ in der Pfarrkirche eingefunden, die Pfarrvikar Rainer Kalina sehr zur Freude der Elsdorfer Jecken mitihnen gefeiert hatte. Es sei üblich, bei diesen Anlässen über die vergangenen 125 Jahre zu sprechen,

 stellte Salewski fest, aber er hätte sich dazu entschieden, eher einen Blick in die Zukunft zu werfen. Den Karneval für jedermann zugänglich zu machen, das war und ist das Ziel unserer Gesellschaft“ bekannte er, „und daran halten wir fest!“ Die Jugendarbeit sei der KG Fidelio besonders wichtig. Nach wie vor sind zahlreiche Kinder und Jugendliche in Musik- und Tanzkorps Mitglied und werden hervorragend von den ehrenamtlichen Trainerinnen und Korpsleitern betreut. „Wir hoffen auf weiteren Nachwuchs!“ Zwar haben sich die Zeiten geändert, nicht zuletzt die wirtschaftliche Situation, die strapaziert wird durch die ständig steigenden Kosten, neuerdings vor allem für neue Sicherheitskonzepte.  „Aber wir sind uns der Verantwortung bewusst, bei unseren Veranstaltungen für Schutz und Sicherheit zu sorgen und sind trotzdem bemüht, ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis zu bieten! Nutzen Sie unsere Angebote, kommen Sie zu unseren Veranstaltungen, damit wir weiterhin unsere Aufgaben leisten können!“

Der Schirmherr des Jubiläums, Martin Ernst, Mitglied des Vorstandes der Volksbank Rhein-Erft, freute sich zunächst über das herrliche Bild des Saales, als er am Rednerpult stand und gratulierte als erste den Fidelianern. „Seit 1962 eine ununterbrochene Reihe von Dreigestirnen - das nötigt uns Respekt ab!“ Er selbst freue sich bereits auf das Kamelle-Werfen bei Zuckerwürfelzug,

Als nächste gratulierte Bürgermeister Andreas Heller einer, wie er feststellte älteren Dame zum 125. Geburtstag. Sie habe schon viel erlebt, gab er zu bedenken, zwei Weltkriege, zahlreiche Bundespräsidenten und Bundeskanzler und sei trotz ihres Alters fit. Jedes Jahr gebe sie sich ein modernes Outfit  und feiere und tanze im Karneval die Nächte durch. „Die Gesellschaft gehört zum Stadtbild, ohne sie wären wir ärmer!“ bekannte er. Er betonte die stets gute und verlässliche Zusammenarbeit des Vereins mit der Stadt auch in Sicherheitsfragen, die zurzeit wieder aktuell diskutiert werden. Er bedankte sich bei allen derzeitigen und ehemaligen Aktiven für ihr großes ehrenamtliches Engagement und hob hierbei besonders die Jugendarbeit hervor. Den Vertretern der Tanz- und Musikkorps überreichte er schließlich den Wolf, das Elsdorfer Wappentier als Stofftier, mit der Bitte, ihm die karnevalistische Welt zu zeigen. Er lud alle Elsdorfer ein, sich aktiv an der GEstaltung des Karnevals in der Stadt zu beteiligen. „Zeigen wir dem Rest des Erftkreises, wie Karneval geht!“

Ein Musikprogramm mit den Gruppen Lupos und Kempes Feinest unterhielt die anwesenden Jecken, ehe gegen Nachmittag jedes Mitglied einen Orden der Gesellschaft in Empfang nehmen konnte.

Karten und Getränke wurden mit Klütten bezahlt

Ausstellungseröffnung 125 Jahre KG Fidelio in der Filiale Volksbank

„Es war in der schlechten Zeit nach dem Krieg üblich: man konnte man Karten für Sitzungen und die Getränke auch mit Naturalien wie zum Beispiel Klütten bezahlen“, berichtete Rolf Pütz bei der Eröffnung der Ausstellung seiner Sammlung in der vergangenen Woche in der Elsdorfer Filiale der Volksbank. Tagelang hatte er daran gearbeitet, Stellwände und Vitrinen mit interessanten Dokumenten, Fotos und Erinnerungsstücken aus 125 Jahren Karnevalsgesellschaft Fidelio zu füllen, wo sie bis Aschermittwoch von allen interessierten Besuchern angeschaut werden können. Sehenswertes und Denkwürdiges ist darunter, die Insignien einiger Dreigestirne, Urkunden und vor allem zahlreiche  Fotos, darunter vergangener Dreigestirne, von denen Rolf Pütz je eines von allen jemals amtierenden Tollitäten hat, nur ein Teil fand in der Ausstellung Platz. Aber natürlich ist das Foto vom allerersten Elsdorfer Prinz Karneval 1893, der damals noch als Solist regierte, dabei. „Eigentlich machen wir das immer erst nach Karneval, aber in dieser Session ziehen wir die Prozedur vor: das aktuelle Dreigestirn wird heute aufgehängt“,  verkündete Pütz schließlich und feierlich wohnten die drei Tollitäten und die beiden Prinzenführer der Aufhängung ihres Fotos in der Galerie der Dreigestirne bei. Prinzenführer Hans Schwarz fand sich selbst danach auf einem Foto vom Karnevalszug von 1959 wieder. Mit seinen Freunden sei er damals vor dem Zug extra mit der Bahn nach Bedburg gefahren, um sich dort unerkannt das Gesicht schwarz anzumalen und ein Baströckchen anzulegen. „In diesem Jahr hat mich kaum meine eigene Mutter erkannt!“, berichtete er. 53 Jahre ist er heute im Verein, sei Kollege Jens Langhans immerhin 37 Jahre und Peter Wahlen mit seinen 85 Jahren ist bereits 68 Jahre in der Gesellschaft. Die drei kennen viele Ausstellungsstücke noch aus eigner Anschauung. Was hat sich verändert im Laufe der Jahre? „Manches ist einfacher geworden und besser, aber die Kameradschaft war früher besser“, sind sich die drei einig und machten auch keinen Hehl daraus, dass sie sich um die Zukunft des Karnevals in Elsdorf Sorgen machen.

Was es mit einer „Sparbrief Typ 11“ der Volksbank aus dem Jahre 1993 auf sich hat, dessen Original sich unter den Ausstellungsstücken befindet und der für die Summe von 2.611 Deutschen Mark sagenhafte 20% Zinsen verspricht, konnte auch Martin Ernst von der Volksbank auf die Schnelle nicht klären. Er begrüßte die Karnevalisten herzlich in den Räumen der Volksbank-Filiale auf der Gladbacher Straße und  erinnerte daran, wie die Volksbank vor ebenfalls 125 Jahren in Elsdorf von sieben Landwirten gegründet wurde. Die heute als größte Genossenschaftbank freue sich, als  Gastgeber für die Ausstellung zu fungieren.

Zu sehen sei hier nur ein Bruchteil seines Bestandes, so Rolf Pütz bei der Ausstellungseröffnung, er suche schon lange nach geeigneten Räumlichkeiten, denn zahlreiche Erinnerungsstücke lägen noch in Schränken und Schubladen. Und dann sei da noch das Problem mit den Super-acht-Filmen, die digitalisiert und den ungezählten Daten auf zahlreichen CDs, die noch gesichtet werden müssen. Er beklagte die heute oft vorherrschende Mentalität, sich bespaßen zu lassen, ohne selbst aktiv zu werden und gab ein klares Bekenntnis zum traditionellen Karneval. Der Versitzende Herman-Josef Salewski dankte Pütz für seinen unermüdlichen Einsatz und mahnte: „Ohne Vergangenheit keine Zukunft!“

Quelle: Monika Schüler